Naturheilkunde bei Entzündungen im Mundraum

Neben vorbeugenden Maßnahmen, klassischen Medikamenten und homöopathischen Anwendungen gibt es die Möglichkeit mit naturheilkundlichen Verfahren gegen Entzündungen im Mundraum, wie Mundfäule oder Aphten, vorzugehen. Die Naturheilkunde unterscheidet sich von der Homöopathie dadurch, dass anstatt verdünnter Giftstoffe, die Krankheiten indirekt durch das Hervorrufen einer Reaktion des Körpers behandeln, hauptsächlich pflanzliche Komponenten eingesetzt werden, die der Erkrankung direkt entgegenwirken. Die Pflanzenheilkunde ist eine der ältesten therapeutischen Wissenschaften, bei der keine Einzelwirkstoffe sondern Stoffgemische zum Einsatz kommen, da Flüssigkeiten oder Teile von Pflanzen zur Behandlung verwendet werden. Die wohl bekannteste Form der Naturheilkunde ist der Tee, aber auch Säfte, Extrakte oder ätherische Öle werden für diese Art der Therapie verwendet. Diese Behandlung eignet sich durch ihre sanfte Wirkung auch gut gegen Mundfäule bei kleinen Kindern.

Weil es sich um Naturprodukte handelt und viele Faktoren das Wachstum und die Entwicklung der Pflanzen beeinflussen, kann der Gehalt der einzelnen Wirkstoffe stark schwanken. Um diesen Nachteil auszugleichen wurden sogenannte Phytopharmaka entwickelt, die genau definierte Mengen an pflanzlichen Wirkstoffen enthalten. Die hier beschriebenen Therapeutika beinhalten sowohl klassische naturheilkundliche Verfahren, als auch moderne Wirkstoffkombinationen auf Pflanzenbasis und geben einen Überblick auf die bekanntesten Heilpflanzen für diese Krankheitsbilder.

 

Echte Kamille (Matricaria chamomilla)

Kamille (Matricaria chamomilla)Die wahrscheinlich am weitesten verbreitete Heilpflanze, die gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum aber auch zur Wundbehandlung und bei Erkältung sowie bei Problemen mit dem Verdauungstrakt eingesetzt wird ist die Kamille. Sie enthält eine Vielzahl ätherischer Öle und Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), die stark entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Aufgrund dieser Eigenschaften lässt sich Kamille wunderbar direkt im Mundraum anwenden. Dazu wird handelsüblicher Kamillentee aufgebrüht und mit diesem der Mund gründlich ausgespült. Dabei ist darauf zu achten, dass der Tee möglichst warm ist. Alternativ kann auch Kamillenöl verwendet werden, das ebenfalls aus Kamillenblüten gewonnen wird. Ein kommerziell erhältliches, auf Kamillenblütenextrakt basierendes, Medikament ist Kamistad, das auf der Seite über klassische Therapien bereits beschrieben wurde, da es zusätzlich chemisch hergestellte Wirkstoffe enthält.

 

Echter Salbei (Salvia officinalis)

Salbei (Salvia officinalis)Neben Kamille ist Salbei wohl die populärste naturheilkundlich verwendete Pflanze und hat, wenn auch aufgrund anderer Wirkstoffe, relativ ähnliche Eigenschaften. Auch der Salbei enthält eine große Menge ätherischer Öle und Flavonoide, die stark entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Anders als Kamillentee ist Salbeitee aufgrund des hohen Thujon Gehalts nicht für den Dauergebrauch geeignet und die Anwendung sollte sich auf die Zeit der akuten Erkrankung beschränken. Außerdem sollte Salbei nicht während der Stillzeit angewendet werden, weil in der Folge der Milchfluss unterbrochen werden kann. Für eine begrenzte Dauer stellt Salbei allerdings eine wirkungsvolle Alternative dar. Deshalb sollte ausprobiert werden, mit welcher der beiden Pflanzen eine bessere Wirkung erzielt werden kann, da dies von Mensch zu Mensch verschieden ist. Neben Tee sind auch konzentrierte Salbeiextrakte, wie z.B. Salbei curarina erhältlich, die vor der Anwendung verdünnt werden müssen und je nach Dosierung einen noch stärkeren entzündungshemmenden Effekt aufweisen können.

 

Inspirol

InspirolDie Mundspülung Inspirol enthält ätherische Öle aus Eukalyptus und Bergkiefer sowie verschiedene Trägerstoffe. Diese Öle wirken ebenfalls entzündungshemmend und das Präparat kann sowohl zur Vorbeugung, als auch bei akuten Erkrankungen des Mundraums eingesetzt werden. Das Konzentrat wird in Wasser verdünnt und ebenfalls gegurgelt. Inspirol hat sich vor allem bei Aphten bewährt, da es dauerhaft anstatt einer normalen Mundspülung verwendet werden kann und es so seltener zum Auftreten der kleinen Geschwüre kommt. Von der Anwendung bei kleinen Kindern wird wegen des intensiven Geschmacks abgeraten, auch wenn aufgrund der starken Verdünnung in Wasser praktisch kein Alkohol mehr enthalten ist.

 

Repha-OS Mundspray

Repha OSDas Mundspray Repha-OS enthält eine pflanzliche Wirkstoffkombination aus Myrrhe, Blutwurz und rotem Ratanhia und findet bei vielen verschiedenen Beschwerden im Mund- und Halsbereich Verwendung. Es wirkt ebenfalls entzündungshemmend und desinfizierend, fördert aber auch die Regeneration der Mundschleimhaut. Repha-OS wird erfolgreich auch bei Mundgeruch und zur allgemeinen Mundhygiene eingesetzt. Der Vorteil des Sprays liegt vor allem in seiner Anwendungsform, da es problemlos unterwegs genutzt werden kann. Es ist allerdings auch möglich, das Präparat mit Wasser zu verdünnen und als Mundspülung anzuwenden. Wie Inspirol kann als Dauerhaft als Ergänzung der täglichen Mundhygiene eingesetzt werden.

 

Eigene Erfahrungen

Wenn Sie hier beschriebene Verfahren bereits ausprobiert oder weitere, nicht aufgeführte naturheilkundliche Anwendungen erfolgreich genutzt haben, teilen Sie doch ihre Erfahrungen über die Kommentarfunktion um anderen Betroffenen zu helfen.

 

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