Mundfäule

Symptome der Mundfäule

Mundfäule im RachenZu Beginn der Erkrankung kommt es häufig zu hohem Fieber, das bis zu einer Woche anhalten kann. Wenige Tage später macht sich eine Entzündung in der Mundhöhle durch Anschwellen des Zahnfleischs bemerkbar, die sich auf den gesamten Mund- und Rachenraum ausdehnen kann. Vor allem Zunge, Gaumen und teilweise die Lippen sind hiervon betroffen. Im späteren Verlauf der Krankheit bilden sich zahlreiche kleine Entzündungen die als weiße Punkte in den betroffenen Regionen erscheinen und sehr schmerzhaft sein können, die charakteristische Mundfäule Es kann zu einer Rötung und leichtem Bluten des Zahnfleischs kommen. Typisch sind außerdem ein intensiver säuerlicher Geruch, ein verstärkter Speichelfluss und das Anschwellen der Halslymphknoten.

In seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Bläschen im Auge, Neurodermitis, oder Hirnhaut- sowie Hirnentzündungen kommen. Um diesen Komplikationen vorzubeugen ist es von Vorteil das Immunsystem während einer Mundfäuleerkrankung durch Schmerzenausgewogene Ernährung und gegebenenfalls immunstimulierende Wirkstoffe zu unterstützen.

Obwohl die Krankheit nach ungefähr ein bis zwei Wochen von selbst abklingt ist gerade bei kleinen Kindern die mit den starken Schmerzen verbundene beeinträchtigte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, die Austrocknung, Unterversorgung sowie einen Gewichtsverlust zur Folge haben kann problematisch. Da Viruserkrankungen nicht wie bakterielle Infektionen (Antibiotika) ursächlich behandelt werden können, konzentriert sich die Therapie vor allem auf die Linderung der Symptome. In vielen Fällen kann auch eine homöopathische Behandlung die Genesung fördern.

 

Ursachen von Mundfäule

Mundfäule bzw. Stomatitis aphtosa kann in Folge einer Erstinfektion mit dem Herpes simplex Virus Typ 1 (HSV-1), bei noch nicht vollständig ausgebildetem Immunsystem vorzugsweise bei Kleinkindern unter drei Jahren entstehen. In seltenen Fällen wurde diese extreme Form einer Herpesinfektion auch bei Erwachsenen mit geschwächtem Immunsystem beobachtet. Über 90 % aller Menschen infizieren sich während ihres Lebens mit HSV-1, wobei es in den meisten Fällen nicht zur Ausprägung von Symptomen kommt. Das Virus persistiert lebenslang und macht sich in manchen Fällen durch die charakteristischen Herpesbläschen bemerkbar.

Herpes Virus + ZellenBei der Infektion werden als erstes die Zellen der Mundschleimhaut befallen, woraus die starke Entzündungsreaktion resultiert, die zu den charakteristischen Symptomen der Mundfäule führt. Durch die Immunreaktion des Körpers werden befallene Zellen abgetötet und die Infektion unter Kontrolle gebracht. Verbleibende Viren nisten sich vorwiegend in Nervenzellen ein und überdauern dort.

Kommt es aufgrund von Stress, extremer körperlicher oder psychischer Belastung, anderer Erkrankungen oder der Einnahme von Immunsuppresiva zu einer Schwächung der körpereigenen Infektabwehr kann sich das Virus wieder stärker vermehren und eine erneute akute Krankheit auslösen. Dabei handelt es sich im Normalfall um einfache Herpesbläschen an Lippen oder im Mund. In Einzelfällen kann es aber auch zu einem erneuten Auftreten von Mundfäule in Erwachsenenalter kommen.

 

Übertragungswege der Mundfäule

Die Ansteckung mit Mundfäule erfolgt wie auch bei einer „normalen“ Infektion mit HSV-1 hauptsächlich über den Speichel, aber auch andere Körperflüssigkeiten können infektiöse Viruspartikel enthalten. Da diese Ausprägung hauptsächlich bei sehr jungen Menschen Mutter mit Kindvorkommt wird das auslösende Virus im Allgemeinen von den Eltern auf das Kind übertragen, z.B. durch benutzen des selben Bestecks oder ablecken des Schnullers.

Eine Infektion kann aber nur stattfinden, wenn das persistierende Virus reaktiviert ist, was sich in den meisten Fällen durch Blässchen auf den Lippen oder im Mund erkennen lässt. Auch Aphten im Mund werden mit einer Reaktivierung von Herpesviren in Verbindung gebracht wobei dieser Zusammenhang noch nicht abschließend geklärt ist.

Um eine Übertragung auf Kleinkinder zu vermeiden, sollte direkter und indirekter Speichelkontakt vermieden werden, wenn sich die genannten Symptome einer Reaktivierung zeigen.

Seltener kommt es auch zu Übertragungen von einem Kind auf das andere, daher ist dringend davon abzuraten, ein an Mundfäule erkranktes Kind in den Kindergarten zu schicken oder mit anderen Gleichaltrigen zusammen zu bringen.

Allerdings treten diese Indikatoren nicht in allen Fällen einer Virusreaktivierung auf, so dass auch bei allen Vorsichtsmaßnahmen keine hundertprozentige Sicherheit gewährleistet ist.

 

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